Vereine

Geschichte des kleinsten Vereins Rembrückens - „In den Kappesgärten e.V.“

Kurz bevor der Viehtrieb (verlängerte Hauptstraße von Rembrücken) in den Wald führt, findet sich in einem Zwickel mit einem abzweigenden Feldweg eine Kleingartenanlage. Ein Schild über dem Eingang (s.u.) zeigt, dass es sich um die Anlage des Vereins „In den Kappesgärten e.V. 1987“ handelt.

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Kleingartenanlage Rembrücken „In den Kappesgärten e.V.“

Doch bereits in den Kriegs- und Nachkriegsjahren wurden am Nordrand der Rembrücker Gemarkung kleine Parzellen gärtnerisch genutzt. Pachtwillige Bürger, auch von außerhalb, konnten für 4 DM Jahrespacht ein etwa 200 qm großes Stück Land bewirtschaften. Die Verwaltung wurde durch die Rembrücker Bürgermeister Subtil und Wimmer durchgeführt, später durch die Stadt Heusenstamm. Die Pächter durften kleine Holzhütten, allerdings ohne Beton-Unterbau errichten. Zum Gießen wurde Regenwasser von den Dächern in Fässern gesammelt; da die Parzellen seinerzeit intensiv zum Anbau von Obst und Gemüse genutzt wurden, war Wasser immer Mangelware. Schließlich erlaubte die Stadt Heusenstamm den Kleingärtnern, einen Wünschelruten-Gänger zu beauftragen. Dieser fand tatsächlich im Mittelgang der Anlage eine Wasserader, die in 7 Meter Tiefe Wasser ergab. Aus Sicherheitsgründen wurde bis in 11 m Tiefe gebohrt. Jahrelang konnte mittels Handpumpe Gießwasser gefördert werden, bis eines Tages ein Gartennutzer eine Elektropumpe nutzte, was zur Versandung des Pumpenrohrs in der Tiefe führte; die Pumpe konnte zum Ärger der Gartenbesitzer nicht mehr genutzt werden.

In der Folge gab es mehrere vergebliche Versuche, von der Stadt Heusenstamm (Rembrücken war zwischenzeitlich Teil von Heusenstamm geworden) die Genehmigung zur Verlegung einer Wasserleitung zu erhalten. Das Problem fand auch Niederschlag in der örtlichen Presse, so dass die Stadt schließlich unter der Bedingung zustimmte, dass sich die Nutzer der Gärten zu einem Verein zusammenschlössen, damit man nur einen Ansprechpartner habe. Daraufhin trafen sich im Frühjahr die Ehepaare Wingerter, Kremer, Fittje, Scherf und Habermann in den Kellerräumen im Vogelseen 27-29, um eine Vereinssatzung zu erstellen. Den anderen Gartenpächtern musste nun vermittelt werden, dass neben der Pacht ein Vereinsbeitrag und ein Betrag für die Verlegung einer Wasserleitung fällig werde; auch Wasserschacht und Wasseruhr (300 DM = 150 €) mussten bezahlt werden.

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Am 8. August 1987 wurde der Verein im Vereinsregister Nr. 5 VR 1358 eingetragen.

Mit der Stadt Heusenstamm, vertreten durch Bürgermeister Eckstein und 1. Stadtrat Weber, und den Vereinsmitgliedern Heidemarie Habermann, Friedrich Wingerter, Anita Kremer und Peter Scherf wurde am 30.12.1987 ein Vertrag geschlossen, in dem der Bau einer Wasserleitung und die Modalitäten der Abrechnung festgelegt wurden.
Im Folgejahr wurden von der Stadt und den Gärtnern bei strömendem Regen die Wasserleitung zu den einzelnen Parzellen verlegt.
Die Kleingärten waren zwar im Flächennutzungsplan aufgeführt und besonders durch die langjährige Nutzung geduldet; aber erst einige Jahre später zog die untere Naturschutzbehörde ihren Einspruch zurück, so dass die Anlage genehmigt wurde.

In der Folgezeit wollte man neben der Gartenarbeit auch ein Sommerfest feiern; das erste Sommerfest an einem Samstagabend war ein Reinfall. Im Folgejahr wollte man an einem Sonntag feiern. Da es so stark regnete, wurde das Fest einfach nicht durchgeführt. Allerdings kam der Bürgermeister als einziger Gast und musste ohne Bewirtung wieder nach Hause gehen. Die anschließenden Sommerfeste waren dann aber erfolgreicher, so dass man zunächst eine kleine Blechhütte und einen Rasenmäher anschaffen konnte. Nach einigen Provisorien wurden schließlich 1995 15 Sitzgarnituren und eine größere Blechgarage zum Unterstellen angeschafft.
Im Juni 1996 wurde in Verbindung mit dem Heusenstammer Obst- und Gartenbauverein eine günstige Versicherung für die Gartenhütten abgeschlossen..
2006 wurde die Kleingartenanlage, die bisher ohne Genehmigung im Außenbereich errichtet worden war von der unteren Naturschutzbehörde endgültig legalisiert.
2008 wurde der Bau eines Vereinsheims beschlossen. Durch Eigenleistung beim Bau konnte der Beitrag pro Parzelle bei 40 € niedrig gehalten werden, allerdings war danach das Vereinsvermögen aufgebraucht.

Heute hat der Verein 21 Mitglieder.

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Die Gartenanlage im Winter

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